Osterlachen

- Osterlachen 2011 - Psalm 150

- Osterlachen 2006 - 1. Korinther 15,50-58

- Osterlachen 2005 - Lukas 24

- Osterlachen 2004 - 1. Korinther 15,20ff.

- Osterlachen 2003 - Psalm 126

. Osterlachen 2002 - 1. Korinther 15,19ff.

Predigt zum Ostermontag 2006 mit Osterlachen -   17. April 2006

 

Der Predigttext für den heutigen Tag steht im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes:

Verwandlung der Gläubigen und Sieg über den Tod

50 Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit.

51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, [a]wir werden aber alle verwandelt werden;

52 und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn [a]es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

53 Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit.[a]

54 Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): »Der Tod ist verschlungen vom Sieg.

55 Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«[A]

56 Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, [a]die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz.

57 Gott aber sei Dank, der uns den [a]Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

58 Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.

 

Dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg

 

Liebe Gemeinde,

„Wirtshausfreuden, vor allem das Kartenspielen, waren eines Dorfpfarrers große Leidenschaften. Wieder einmal – bei seinen Fähigkeiten sicher äußerst unglücklich und unverdient – hatte er im Kartenspiel verloren. Die Getränkekosten seiner Mitspieler weigerte er sich zu übernehmen. Also schlossen diese mit ihm eine Wette ab.

Wenn er bei der Osterpredigt nächste Woche dreimal das Wort „Trumpf“ ausspräche, sei die Schuld beglichen. Die Woche verstreicht, die im Geheimen abgesprochene Wette spricht sich herum, die Kirche am Ostersonntag ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Gebannte Erwartung. Mit dreifachem Paukenschlag beginnt die Predigt:

„’Trumpf – Trumpf – Trumpf!’ schallt es nachts dumpf aus Wirtshaushöhlen. Doch an Ostern heißt es nicht Trumpf. Hell ertönt die Stimme des Auferstanden: ‚Triumph!’“ (aus: http://www.georgmagirius.de/download/zeitung/epd/zeitung-epd-torheit.pdf)

Genau von diesem Triumph, liebe Gemeinde, spricht der Predigt text des heutigen Sonntags. Vom Triumph Gottes  über den Tod, der grundsätzlicher und bewegender ist als alle Trümpfe, die wir sonst im Leben in der Hand halten. Das Wort Trumpf ist übrigens wortgeschichtlich tatsächlich eine Vorform des Wortes Triumph. Trumpf war der Beiname des Dionysos. Der Dionysoskult hat ja in ausschweifenden Festen versucht die Angst vor dem Tode zu besiegen. Nicht umsonst wurden etruskische Gräber mit aufwendigen Malereien der Dionysien gestaltet, in der Hoffnung, dass die Toten im jenseits ebensolche Festgelage erleben können.

Paulus Triumph unterscheidet sich von den Trümpfen des irdischen und verweslichen Lebens. Der Tod ist radikales Ende des ganzen Menschen, Auferweckung ist Neuschöpfung. Sein Verständnis vom Leben nach dem Tode ist tiefer gehend als nur die oberflächlichen Freuden des Wirtshauses oder des Dionysos.

Trotzdem formuliert Paulus, warum wir gerade an Ostern Grund zur Freude und zum Lachen haben. Allerdings „Nicht am Spott vorbei, sondern im Aushalten der Spötter und Zweifler hat sich der christliche Glaube bewahrt und bewährt. Christliche Freude ist kein Problem verdrängender Optimismus. Sie resultiert aus der Erfahrung, dass Gott die Schrecken des Karfreitags in Osterfreude verwandelt. Im Glauben an die Auferweckung des Gekreuzigten vermögen Christen mit Paulus sogar über den Tod zu lachen: „Verschlungen ist der Tod vom Sieg, Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel. Osterfreude drückt sich aus in diesem Jubel.“ (Josef Harg, in: das baugerüst, Ausgabe „wer lacht denn da? Nürnberg 56. Jg. S. 51)

 

Dieser Jubel von Ostern stellt alle Todesernsthaftigkeiten in Frage. Er ermöglicht es uns einmal herzhaft über uns und unsere eingeschränkte und verängstigte Sichtweise des Lebens zu schmunzeln und zu lachen. Warum sollten wir das heute morgen nicht gemeinsam tun.

Das fängt natürlich bei mir selbst an, der hier vorne in der Kirche so ernsthafte Reden schwingt, der kann auch einmal über sich und seinen Berufsstand lachen, wie es dieser kleine Witz zum Ausdruck bringt: „Unser Pfarrer ist wie der liebe Gott“, sagt ein Kirchenbesucher. „am Sonntag ist er unbegreiflich, und während der Woche ist er unsichtbar.“ (Aus: Hans Beemann: Der klerikale Witz, Olten 1970, S. 22)

Die Rabbinen wissen ihre Geschichten zu erzählen, die unser irdisches Leben in Hinblick auf das Jenseits relativieren, wie in dieser kleinen Geschichte:

„Ein Rabbi predigte am Sabbat in der Synagoge, dass die Armen dieser Welt im Jenseits reich und die Reichen arm sein werden. Tags darauf meldete sich bei ihm ein armer Jude.

„Rebbe, ist es wirklich wahr, dass die Armen im künftigen Leben reich sein werden?“ „Davon bin ich fest überzeugt.“ „Dann habe ich eine große Bitte an Euch. Könntet Ihr mir nicht auf meinen zukünftigen Reichtum hundert Rubel leihen? Im Jenseits werde ich Euch das Geld zurückzahlen.“

Der Rabbi öffnete wortlos die Geldkassette und zählte hundert Rubel ab.

„Sagt mir doch, wozu braucht Ihr das Geld?“ fragte er den Bittsteller. „Wollt Ihr davon leben?“

Wo denkt ihr hin, Rebbe! So ein Kapital vergeudet man doch nicht. Nein, ich habe ein glänzendes Geschäft in Aussicht. Ich kann für meinen Laden billig Waren einkaufen, die mir hundert Prozent Gewinn einbringen werden.“

„Wenn das so ist, dann werdet Ihr ja reich. Und wenn Ihr auf dieser Welt reich seid, werdet Ihr im Jenseits arm sein. Wovon wollt Ihr mir dann Eure Schulden zurückzahlen?“

So sprach der Rabbi und verschloss das Geld wieder in der Kassette.“ (aus: Jutta Janke: Von armen Schnorrern und weisen Rabbis, Berlin 1986 S. 152)

Vielleicht kann man an dieser Geschichte veranschaulichen, was passiert, wenn wir das Jenseits und die Auferstehung der Toten nicht, wie Paulus sagt, als Geheimnis begreifen, sondern es uns in unseren irdischen, verweslichen Kategorien ausmalen. Es wird ganz anders sein, als wir es uns vorstellen und vorstellen können, alle unsere Vorstellungen und Bilder von diesem Neuanfang kommen an ihre Grenzen. Dennoch hat selbst die Bibel immer wieder versucht Bilder und Vorstellungen dafür zu finden wie dieses neue Leben nach dem Tod aussehen wird. Immer wieder kehrt dabei die klare Vorstellung, dass dort kein Weinen mehr sein wird. Wir haben davon in der Lesung aus Jesaja gehört (Jesaja 25,8+9). Gott wird abwischen alle Tränen. Auferstehung bedeutet das Ende der Trauer, das Ende allen Weinens. Ostern ist aus dem Gegensatz von Weinen und Lachen zu verstehen. Karfreitag war Weinen, Trauer und Tod. Ostern ist Lachen, Freude und Leben. Das lassen uns auch die Osterlieder spüren, in denen das Halleluja immer wieder die lachende Freude und den Lob Gottes zusammenbringt.

An Ostern wird deutlich: Gott lacht über den Tod, Gott lacht über das Böse und er führt es mit seinem Lachen ad absurdum. Der auferstandene Jesus macht deutlich, dass wir uns mitfreuen dürfen. Wir dürfen mitlachen darüber, dass der Tod seine siegreiche Macht über unser Leben verloren hat. Tod wo ist dein Sieg, Tod wo ist dein Stachel? Mit diesem Sätzen machen sich Christen über den Tod lächerlich, weil sie seit Ostern wissen, der Tod hat nicht das letzte Wort.

Liebe Gemeinde,

wir wissen, dass wir in unserem Leben die reine Osterfreude so nur selten erleben, vielleicht scheint sie in einem herzhaften Lachen über uns selbst oder über einen guten Witz auf. Im Alltag bleibt sie aber durchmischt mit der Erfahrung, dass uns Trauer, Weinen und Schmerz, dass uns der Karfreitag immer noch begleitet. Ostern ist allerhöchstens ein kleines Hoffnungszeichen, dass es anders sein könnte, auch wenn wir in unserem irdisch-verweslichen Dasein gefangen bleiben. Unser Osterjubel wird manchmal schnell wieder von der Welt des Todes erstickt. 

Gerade dann lohnt sich die Erinnerung an Ostern. Die Wirklichkeit des neuen Lebens hinter der Todeswirklichkeit dieser Welt stärkt schon jetzt das Leben in der alten Wirklichkeit und macht uns stark gegen die Todesmächte aufzubegehren. Ein Beispiel mag jene Predigt sein, über die sich in Tagebuchblättern eines Häftlings aus Dachau Notizen finden. Ein holländischer Pastor hatte sie gehalten: Er erzählt wie Jesus der weinenden Maria begegnet. Gott lacht derer, die ihn spotten, heißt es in einem Psalmwort und so erzählt der Pastor im KZ noch mehr Geschichten darüber wie Gott für uns und mit uns lacht. Schließlich ist die Auferstehung nach dem Karfreitag ein Lachen Gottes über die Todesmächte dieser Welt. „Denn am Ostermorgen hat Gott mir ein Lachen zugerichtet“, sagte jener holländische Pastor. Die Predigt hat großen Eindruck gemacht, gerade bei den Menschen die nichts zu lachen hatten und in tiefster Todesangst lebten.

Ostern macht Mut unser Leben, gerade dann wenn wir scheinbar nichts mehr zu lachen haben neu zu betrachten und uns Gottes Lachen schenken zu lassen. Schon diese Menschen im KZ konnten das empfinden, wie viel leichter könnte uns das heute fallen.

Ostern bringt uns die Weisheit des alten Clowns Charlie Chaplin ins Bewusstsein, der einmal gesagt hat: „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.“

In Bezug auf den Zustand unserer Welt, unter dem wir auch nach Ostern immer noch zu Leiden haben, können wir es mit der Ostererfahrung halten wie es Maxim Gorki zu Anatoli Durow sagt:

„Dass wir Zauberer sein können, die in den vergifteten Brunnen der Traurigkeit einen Tropfen, nur einen einzigen Tropfen vom lebendigen Wasser des Lachens hineingießen und diesen Brunnen dadurch zum Kraft und Leben spendenden Heilquell machen können“. (Gorki und Predigt des holländischen Pastors zitiert nach Hanna Strack, www.hanna-strack-verlag.de/produkte/index.phtml?showsingle-54)

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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Predigt zum Osterlachen - Lukas 24,36ff. - Datum: 28.3.05

Der Predigttext für den heutigen Tag steht im Lukasevangelium, im 24. Kapitel
Jesu Erscheinung vor den Jüngern
36 Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!
37 Sie erschraken aber und fürchteten sich und [a] meinten, sie sähen einen Geist.
38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz?
39 Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Faßt mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, daß ich sie habe.
40 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße. [a]

41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?

42 Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. [a]

43 Und er nahm's und aß vor ihnen.

44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, [a] die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: [b] Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.

45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so daß sie die Schrift verstanden, [a]

46 und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, daß Christus leiden wird und auferstehen von den Toten [a] am dritten Tage;

47 und [a] daß gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem,

48 und seid dafür Zeugen.

49 Und siehe, ich will [a] auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet [b] mit Kraft aus der Höhe.

Dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg

 

Liebe Gemeinde,

Einst stritten sich die Rabbiner um einen Punkt im Gesetz. Rabbi Elieser brachte alle möglichen Argumente vor, um seinen Standpunkt zu beweisen. Doch die anderen Rabbiner ließen sich durch Rabbi Eliesers Argumente nicht überzeugen.

Da sprach Rabbi Elieser: „Selbst dieser Johannisbrotbaum hier kann beweisen, dass die Entscheidung so ausfallen muss, wie ich es behaupte!“

Der Johannisbrotbaum entwurzelte sich und rückte hundert Ellen weit fort. (Manche behaupten sogar, es wären vierhundert Ellen.)

Doch die anderen Rabbinen sagten: „Von einem Johannisbrotbaum lässt sich kein Beweis bringen.“

Nun sprach Rabbi Elieser: „ Wenn die Entscheidung so sein muss, wie ich es behaupte, dann soll es der Wasserkanal hier beweisen!“

Da fing das Wasser im Kanal an, rückwärts zu fließen. Doch die anderen Rabbinen sagten: „Ein Wasserkanal kann nicht als Beweis dienen.“

Wiederum sprach Rabbi Elieser: „Es sollen die Wände des Lehrhauses beweisen, dass ich Recht habe!“

Da fingen die Wände des Lehrhauses an, zu stürzen.

Aber Rabbi Josua schimpfte sie aus und sprach: „Was geht euch Wände es denn an, wenn die Weisen sich über einen Punkt des Gesetzes streiten?“

Die Wände nun haben sich nicht völlig gestürzt – aus Respekt vor Rabbi Josua. Aber aus Respekt vor Rabbi Elieser haben sie sich auch nicht wieder völlig aufgerichtet. Sie blieben wankend stehen.

Rabbi Elieser, der Verzweiflung nahe, schrie jetzt auf: „Wenn die Entscheidung so ausfallen muss, wie ich es behaupte, dann soll Gott selbst es beweisen!“

Tatsächlich ließ sich eine himmlische Stimme vernehmen, die sprach: „Was wollt ihr denn von Rabbi Elieser! Die Entscheidung ist doch in allen Fällen so, wie er behauptet!“

Da Sprang Rabbi Josua auf und rief: „Sie ist nicht im Himmel!“

Was bedeutet dieses Zitat von Deutoronmium 30,12; „Sie ist nicht im Himmel?“

Rabbi Jirmijah erklärte: „Die Thorah wurde ja schon auf dem Berg Sinai offenbart. Wir brauchen uns daher nicht weiter um himmlische Stimmen zu kümmern. Schließlich enthält ja die Thorah von Sinai das Prinzip, dass die Stimme der Mehrheit entscheidend ist.“

An diesem Tag traf Rabbi Nathan den Propheten Elia. Er fragte ihn: „Was hat Gott eigentlich in jener Stunde getan?“

Da antworte der Prophet: „Gott hat gelächelt und gesagt: ‚Meine Kinder haben Mich besigt! Meine Kinder haben Mich besiegt!“ (aus Petuchowski, Jakob J. (Hg.) Es lehrten unsere Meister ...“ Rabbinische Geschichten Freiburg 1979 S. 94-96

 

Ähnliche Beweise wie die Rabbiner, brauchten offensichtlich auch die Zuhörer des Lukas, um die leibliche Auferstehung Jesu zu glauben. Erst muß er beweisen, dass er wirklich leiblich Fisch essen kann und dann bedarf es des Schriftbeweises, der die tatsächliche Auferstehung belegt. Da geht es uns wohl heute nicht anders als den Hörern des Evangelisten oder den Rabbinen. Wir brauchen Beweise.

Und es stellt sich die Frage, ob Gott nicht genauso lächelt wie in der Rabbinischen Geschichte und sagt „Meine Kinder haben mich besiegt.“ Vielleicht lacht er sogar laut, liebe Gemeinde.

Lächelnd oder lachend stellen wir uns Gott eigentlich nicht vor und doch, es kann gar nicht anders sein, wenn das biblische Wort von der Gottebenbildlichkeit des Menschen gilt, dass auch Gott lacht. Dass er vielleicht auch lachen kann über unsere verzweifelten Versuche die Auferstehung doch noch als historisch faktisch, als tatsächlich geschehen zu beweisen.

Er lächelt über uns dumme Kinder, die wir doch nicht dahinter schauen können, die wir die Realität des neuen Lebens, das an Ostern auf uns zukommt einfach nicht verstehen können und wollen, weil wir so an diese Welt gebunden sind, so im rein Materiellen verhaftet, im wissenschaftlichen Beweisdenken, Rabbiner eben, Schriftgelehrte, die wie Thomas nichts glauben, was sie nicht auch sehen. Gott, in seiner Größe lacht darüber, denn er kennt die ganze Wirklichkeit und weiß, was bei ihm möglich ist. Er sieht uns an wie in dieser kleinen Geschichte von Wilhelm Busch der Adam den Kain ansah:

„Ums Paradies ging eine Mauer

Hübsch hoch vom besten Marmelstein.

Der Kain, als Bub, ein schlauer,

Denkt sich: Ich komme doch hinein.

Er stieg hinauf zu diesem Zwecke

An einer Leiter mäuschenstumm.

Da schlich der Teufel um die Ecke

Und stieß ihn samt der Leiter um.

 

Der Vater Adam, der’s gesehen,

Sprach, während er ihn liegen ließ:

„Du Schlingel! Dir ist recht geschehen.

So kommt man nicht ins Paradies.““

So also wird die Leiter unserer innerweltlichen Beweisketten doch allzu leicht wieder umgestoßen und es mag uns nicht einmal gelingen auch nur einen Blick in jenes ganz andere Paradies, diese andere österliche Wirklichkeit zu werfen.

 

Die Tür des Himmels, sie bleibt uns verschlossen, wenn wir so rein innerweltlich denken und nicht wirklich vom Himmel etwas erwarten. Manchmal geschieht das selbst in der Kirche, wie eine andere kleine Geschichte belegt:

Längere Zeit erregte eine ungeschickte Zusammenstellung zweier Schilder am Portal einer Londoner Kirche Heiterkeit:

Das erste lautete: „ Das ist Gottes Haus, die Tür zum Himmel.“

In einem kalten Winter wurde darunter folgender Text angebracht: „Während der kalten Jahreszeit bleibt diese Tür geschlossen.“

 

An Ostern, liebe Gemeinde, das merken wir in diesem Jahr besonders ist die kalte Jahreszeit zu Ende. Die Tür zum Himmel ist wieder offen, davon möchte uns der Predigttext, möchte uns das Osterereignis sprechen. Und Lukas weist dabei ganz besonders auf uns, denn wir sind es, denen die Kraft aus dem Himmel zuteil werden soll, wir sind beauftragt die frohe Botschaft in die Welt zu tragen und den Menschen damit ein lächeln ins Gesicht und ein Lachen ins Leben zu zaubern. Davon redet Ostern, das ist der Grund zur Freude.

Das hat dann ganz praktische Folgen für unseren Alltag, für unser Leben als ganzes. Es ist nicht mit dem Kirchenbesuch allein getan, wie es Albert Schweitzer, der Theologe und Arzt, Musiker und Philosoph es einmal ausgedrückt hat: „Wer glaubt, ein Christ zu sein,“ sagt er, „weil er die Kirche besucht, der irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“

Christsein also erschöpft sich nicht im in die Kirche gehen, genau wie die Osterfreude. Wer die himmlische Stimme hört, statt sich nur mit menschlichen Worten zufrieden zu geben, der ändert etwas im Leben, der verändert sich. Auch darüber freilich könnte man seine Witze machen und es kommt immer darauf an wie man sich ändert, wovon wiederum eine Geschichte sprechen kann:

„Der Pfarrer wettert, dass den frommen Gläubigen die Ohren schlackern:

„Habt ihr noch nicht kapiert, dass man euch in den Kneipen alles wegnimmt, was wichtig ist? Eure Seelen und das sauer verdiente Geld! Und schaut euch die verruchten Gastwirte an! Wie sie daherkommen, voller Ringe, die schönsten Kleider, die Taschen voller Geld! Und wer zahlt das? Ihr, ihr Trottel!“

Monate später trifft der Pfarrer eines seiner Schäfchen. Der Mann läuft auf den Mann Gottes zu, schüttelt ihm wie wild die Hand und reicht ihm ein Bündel Geldscheine für die Kirche: „Herr Pfarrer, ihre Predigt hat mein ganzes Leben umgekrempelt!“

„Das freut mich mein Sohn. Hast du aufgehört zu trinken?“

„Was heißt aufgehört? Eine Kneipe habe ich aufgemacht!“

 

Natürlich, auch über unsere Versuche umzukehren und aus der frohen Botschaft zu leben könnte man als Überschrift jenen Satz Luthers setzen: „Wenn Gott keinen Spaß verstünde, so möchte ich nicht im Himmel sein.“

 

Aber all das macht vielleicht auch deutlich, dass wir seit Ostern wissen müssten, dass wir uns nicht so todernst nehmen sollten. Auch Paulus beschreibt dieses unbeschreibliche Lachen, dass uns Christen an Ostern ergreifen sollte: Tod wo ist deine Stachel? Du hast alle Macht über uns verloren. Wovor also kann sich ein Christ jetzt noch fürchten, warum sollten wir nicht aus dem tiefstem Inneren frohe Menschen sein, deren Münder wie der Psalmist sagt voll Lachens sind, weil sie an Ostern vom Tode befreit worden sind.

Und so kann ich für dieses Osterfest und die Zeit, die kommt, eigentlich nur schließen mit Worten eines Gebetes von Thomas More:

Herr schenke mir Sinn für Humor.

Gib mir die Gnade,

einen Scherz zu verstehen,

damit ich ein wenig Glück kenne im Leben

und anderen davon mitteile. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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Predigt zu 1. Kor. 15,12-20 Datum: 12.4.04 Osterlachen

Der Predigttext für den heutigen Tag steht im 1. Korintherbrief, Kap. 15,12-20

12 Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?

13 Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden.

14 Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.

15 Wir würden dann auch als falsche [a]Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen.

16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden.

17 Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden;

18 so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren.

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

20 Nun aber [a]ist Christus auferstanden von den Toten als [b]Erstling unter denen, die entschlafen sind.

Dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg

 

Liebe Gemeinde,

Kennen sie den Unterschied zwischen Wissenschaft, Philosophie und Theologie?

„Wissenschaft ist, wenn man in einem dunklen Zimmer mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht.

Philosophie ist, wenn man in einem dunklen Zimmer mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht , die nicht da ist.

Theologie ist, wenn man in einem dunklen Zimmer mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die nicht da ist, und plötzlich ruft: „Ich hab sie!““

So jedenfalls mögen die Gegner des Paulus in Korinth gedacht haben, die die Auferstehung so grundsätzlich geleugnet haben. Damit stehen sie auch nach zweitausend Jahren nicht alleine. Auch wenn Paulus ihnen mit einer Beweiskette antwortet, so merken wir schon beim ersten Hören, dass es sich kaum um eine wissenschaftlich absolut hieb- und stichfeste Beweiskette handelt. Und so gibt es ja nun auch Bibelwissenschaftler, wie Gerd Lüdemann, die denn auch strikt und klar auf dem Standpunkt stehen: Solange wir das Grab Christi nicht gefunden haben, solange gehen wir davon aus, dass es nicht leer war. Wissenschaftler eben, nicht Philosoph, nicht Theologe.

Das Problem eine schwarze Katze im Dunkeln zu finden, von der wir nicht wissen ob und wo sie ist, ist damit allerdings auch nicht gelöst. Insofern spräche für die Annahme, dass sie da ist genauso viel, wie für jene andere, dass sie nicht da ist. Anschaulich wird das Problem in einer anderen Anekdote, die wenn sie auch in einer katholischen Gemeinde spielt, so doch das Problem auch für uns beschreibt:

„Ein Dogmatikprofessor kommt regelmäßig zu einem Dorfpfarrer in Urlaub. Der Professor lässt es sich nicht nehmen, im Spätgottesdienst zu predigen. Diesmal versucht er dem gläubigen Volk die Gegenwart Christi im Tabernakel zu beweisen. Nach der Messe mischt sich der Pfarrer unter das Volk und hört, wie ein Bauer zum anderen sagt: „Bisher habe ich geglaubt, dass der Heiland im Tabernakel ist. Aber wenn sich der so plagen muss, um das zu beweisen, dann glaub ich es nimmer.“

Betroffen von dem geistlichen Schaden, den seine Gemeinde durch die gelehrte Predigt offensichtlich erlitten hat, bringt der Dorfpfarrer am nächsten Sonntag die Sache wieder ins Lot: „Meine Lieben“, sagt er in seiner Predigt, „es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder der Heiland ist drin – oder er ist nicht drin. Folglich ist er drin.“

Auch diese Geschichte redet allzu deutlich von der Schwierigkeit des Auferstehungsglaubens, der sich doch letztlich aller wissenschaftlichen Belegbarkeit völlig entzieht, auch allem logisch-deduktiven Erklären wollen dieses Geschehens. Deshalb haben andere Bibelwissenschaftler anders als Lüdemann letztlich eine andere Konsequenz gezogen, die der Aussage des Dorfpfarrers näher kommen und die den paulinischen Gedankengang treffen: Jesus sei in die Verkündigung und den Glauben hinein auferstanden, sagt etwa Bultmann. Und damit wird deutlich, dass es sich bei der Rede von der Auferstehung mitnichten um das Postulat eines wissenschaftlich jemals zu verifizierenden Wahrheit ginge. Es geht um eine Wahrheit des Glaubens und davon reden die biblischen Texte. Sie behaupten niemals irgendwelche wissenschaftlichen Beweise vorlegen zu können oder zu wollen. Sie sprechen von Glaube, sie erzählen von der befreienden Erfahrung die Menschen nach dem Tode Jesu gemacht haben. Aus diesem Blickwinkel des Glaubens entfalten sie ihre Wahrheit. Der Glaube wäre nicht, wenn Christus nicht auferstanden wäre. Wir glauben aber und deshalb ist Christus auferstanden, so argumentiert Paulus.

Ohne den Glauben an die Auferstehung, so betont er, wären wir die elendsten Menschen, die alles nur von dieser Welt erwarten. Der Himmel müsste leer bleiben und es ginge uns dann wie jenem Neuankömmling im Himmel, den Petrus durchs Paradies führt: Aus einem Raum dringt ohrenbetäubender Lärm. Das ist die Abteilung für die Frommen, sagt Petrus entschuldigend. Bei der nächsten Tür sagt Petrus: Und hier ist die Abteilung für die Theologen. Warum ist es hier so mucksmäuschenstill? Weil bis jetzt noch keiner da ist.“

Oder vielleicht auch wie in der anderen Geschichte: „Heute Nacht habe ich geträumt“, sagt ein Pfarrer zu einem Rabbiner, „ich sei ins jüdische Paradies gekommen. Einfach scheußlich! Dieses Schreien und Gestikulieren der Betenden und dann das Gedränge. Alles ist überfüllt bis in den hintersten Winkel.

Wie sich das trifft, sagt da der Rabbiner. Ich bin heute Nacht im Traum durch das christliche Paradies gegangen. Eine himmlische Ruhe! Köstlicher Duft nach Lilien und Rosen – und weit und breit kein Mensch!“

Paulus hält gegen die Leere des Himmels die Auferstehung, auch wenn sie auch in seiner Argumentation letztlich ein Geheimnis bleibt, dass wir durch Argumente nicht auflösen können, sondern allein im Glauben. Das heißt aber keinesfalls, dass dieser Glaube keinen Anhalt an der Realität hat. Die schwarze Katze versteckt sich eher auch noch im Dunkeln, aber wir können ihre funkelnden Augen doch gelegentlich erspähen. Die Geschichte von der Auferstehung, wie wir sie gestern in der Osternacht erlebt haben ist so ein Funkeln im Dunkeln. Und ich Rede bewusst von erleben: Auferstehung lässt sich nicht beweisen, sondern nur erleben. Sie ist eine Wahrheit jenseits menschlich-irdischer, chemisch-physikalischer Kausalzusammenhänge. Sie redet uns vom Wunder das unser ganzes Leben ist. Schon das kleinste Kind fragt danach: Woher kommen wir, warum gibt es das Wunder des Lebens. Der Erwachsene mag diese Frage vielleicht nicht mehr stellen, aber doch ist sie existentiell. Was die Wissenschaft zur Beantwortung dieser elementaren Frage beitragen kann, das ist lediglich, dass sie in immer neuen Nuancen entdeckt. Dieses Wunder neu zu beschreiben vermag, dass wir mit jeder neuen wissenschaftlichen Erkenntnis die Größe des Wunders neu umschreiben und beschreiben. Aber der Urgrund des Lebens an sich, seine Herkunft bleibt uns gerade deshalb zutiefst ein Geheimnis. So ist es gerade dieses auch durch alle Wissenschaft der Welt nicht aufzulösende Geheimnis, dass uns von einer Realität jenseits der Kausalzusammenhänge erzählt. Dieses Geheimnis lässt sich nur in der Sprache von Glaube und Hoffnung erzählen. Und wenn wir sie erzählen, dann kann und darf unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Rühmens sein. Denn dann beginnen wir die Geschichte des Lebens überhaupt, die Geschichte unseres eigenen Lebens zu erzählen, die sich ja auch nicht auf die Summe aller bio-chemischen Prozesse in unserem Körper reduzieren lässt. Und deshalb gilt: Er ist drin. Er ist Auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. So wahr wir hier stehen und so wahr wir leben. Unser Leben insgesamt ist das Wunder und Grund zu glauben genug. Vor allem aber ein Grund voller Freude und Fröhlichkeit das österliche Halleluja zu singen und in die Welt zu tragen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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Predigt zu Psalm 126 - Datum: 21.4.03 -Osterlachen

Liebe Gemeinde,

Ich hoffe, Sie haben schon gelacht, seit Ostern ist. Wenn nicht, dann wird es Zeit. Denn ein Ostern ohne Lachen würde bedeuten, dass die Auferstehung bislang nicht bei Ihnen angekommen ist. Lachen gehört zu Ostern, das haben die Menschen immer wieder gedacht. Deshalb gab es einmal den Brauch, dass an Ostern der Pfarrer dafür sorgen solle, dass die Menschen wenigstens einmal in der Osterpredigt ordentlich lachen, dieser Brauch heißt auf lateinisch „risus paschalis“. Spätere Geister haben das dann allerdings durchaus kritisch gesehen, denn es gab dann auch Prediger, die es übertreiben haben und sowie viele Witze unter die Gürtellinie gehen, so war es dann auch auf den Kanzeln.

Aber, es gibt, glaube ich dennoch gute Gründe, dass wir auch im Gottesdienst mehr lachen sollten und die Predigt Sie durchaus dazu anregen kann. Nicht nur dass der Deutsche heute nur noch durchschnittlich 6 Minuten am Tag lacht, vor 40 Jahren war es noch dreimal so lange. Übrigens Kinder können das noch besser, sie lachen sogar 500 mal häufiger als Erwachsene. Nein, Lachen wird zunehmend auch als Therapie entdeckt und wird derweil bereits in Krankenhäusern eingesetzt und auch in der ambulanten Lachtherapie und die ist auch erlernbar in der Volkshochschule. So steht es mit uns modernen Menschen, diesen natürlichen Ausdruck des Mensch seins, der uns entspannt und lebendig macht, den müssen wir neu erlernen.

Ich glaube und dass möchte ich Ihnen heute sagen, lachen gehört zur Frömmigkeit, denn darin wird unser Auferstehungsglaube konkret. Im Lachen wird die Gnade Gottes, die in unserem Leben gilt spürbar. Nicht nur, wenn wir über einen frommen Witz lachen können, wie etwa in diesem hier:

Mit Gott im Gespräch

Ein frommer Mensch spricht im Gebet mit dem lieben Gott:
"Sag mal, stimmt es, dass für dich eine Million Jahre soviel sind wie eine Minute?"
"Ja, das stimmt!".
"Und stimmt es auch, dass für dich eine Million Mark soviel sind wie ein Pfennig?"
"Es ist so."
"Ach, lieber Gott, dann schenk mir doch mal einen Pfennig!"
"Gern, warte mal 'ne Minute..."

Nein, es gibt dafür auch biblische Belege, die verdeutlichen, dass Gottes Reich und Gottes Gnade nur mit einem Mund voll Lachens zu spüren und zu verstehen sind. Deshalb lege ich dieser Predigt einen Text aus den Psalmen zugrunde, der ein echter Edelstein der Psalmliteratur ist, wie es ein Kommentator (Artur Weiser in ATD 15, S. 524) sagt:

Ich lese Psalm 126:

1  Ein Wallfahrtslied.  Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.

2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan!

3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

4 HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. [a]

6 Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und [a] kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

 

„Durch das ganze Lied weht ein zarter Hauch innig zutraulicher Glaubenshoffnung; und gerade in dieser Zutraulichkeit liegt die Kraft dieser Hoffnung als lebendige Quelle echter Frömmigkeit.“ So hat Artur Weiser (ATD 15,524) diesen Text kommentiert und macht deutlich, dass Lachen und Frömmigkeit zusammen gehören. Lachen als Ausdruck von inniglicher Freude ist Freude am Leben, ist Lob Gottes gerade in diesem Psalm. Es ist eine Verheißung, die mit unserem christlichen Osterfest zu verbinden ist. Erlöst wie Gefangene nach der Befreiung dürfen wir uns an Ostern fühlen. Wie die Träumenden sein, und den Mund vor Lachen nicht mehr zu bekommen, das ist die Verheißung die uns an Ostern ergreift, wie es die alten Israeliten schon ergriffen hat, als sie das Herbstfest gefeiert haben, wie es sie ergriff, wenn sie die Geschichte ihrer Befreiung erzählt haben. Wir dürfen sie an Ostern auch erzählen, die Geschichte unserer Befreiung von Tod und Todesdrohung. Der Tod ist nicht mehr, er hat keine Macht mehr über uns. Wenn wir diese Osterwahrheit im tiefsten Innern annehmen können, dann kann unser Mund nichts anderes mehr als voll Lachens sein und wir können nur noch Jubeln. Für den Psalmtext ist dieser Zustand Gegenwart und Zukunft zugleich. Er redet von Befreiung und dadurch ist sie zugleich und doch wissen wir, dass die endgültige Befreiung für Juden genauso wie für Christen erst noch aussteht. Dennoch ergreift uns an Ostern schon der Jubel darüber, dass wir befreit sind. In schönere Worte ist diese Erfahrung kaum zu fassen, als es diesem Psalm gelingt. „so werden wir sein wie die Träumenden. 2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein.“

Ja, liebe Gemeinde, das ist Ostern, wenn uns diese Verheißung nahe kommt und sie unser Herz erfüllt. Für mich ist dieser alte Text zum echten Ostertext geworden. Der Karfreitag des Lebens ist hinter uns, „die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“

Wie oft können wir wirklich aus dieser Hoffnung leben. Wie oft ist sie uns gerade in den vergangenen Wochen und Monaten vergangen? Im persönlichen Leben, wenn es mitmenschlich unter einander vielleicht nicht so klappte wie wir hofften. Wenn wir von Krankheit oder Tod eines lieben Menschen erfuhren, oder wenn wir die Bilder vom Krieg im Fernsehen tagtäglich anschauen mussten. Wir halten diese Nachrichten leider allzu oft für die eigentliche Wahrheit unseres Lebens und sagen seufzend: so ist sie eben unsere Realität und meinen uns damit abfinden zu müssen. Mitunter machen wir dann sogar theologisch den Karfreitag zum wichtigsten Fest des Christen.

Ostern sagt uns was anderes. Ostern redet von der Verheißung, dass unser Mund voll Lachens sein darf auch jetzt schon in dieser Welt. Denn alle Mächte die mit dem Tod drohen, werden am Kreuz Christi lächerlich gemacht. Wir dürfen Lachen über die Mächtigen, die glauben allein zu bestimmen, was die Realität des Lebens ist. Im Lachen auch über die vermeintlich Mächtigen liegt die Verheißung, liegt der Same, dass die Welt auch wirklich anders wird.

Der Witz über die Mächtigen dient mit dazu, dass wir uns das klar machen und deshalb will ich Ihnen natürlich jetzt auch einen solchen erzählen. Natürlich muss er, wie sollte es im Moment anders sein in Amerika spielen:

Der Chauffeur und der Papst

Der Papst ist in Amerika und fährt mit seinem Chauffeur auf der Autobahn durch einsame Gegenden. "Mein Sohn", sagt er zum Chauffeur, "ich bin der Papst und man lässt mich nichts mehr machen. Einmal in meinem Leben möchte ich noch selbst autofahren. Wechseln wir Platz!" Gesagt, getan, der Papst fährt – aber leider zu schnell, ein Polizeiauto fährt vor und stoppt ihn. Der Polizist sieht den ertappten Verkehrssünder, wird blass und ruft seinen Chef an: "Was soll ich tun?" "Strafen natürlich", lautet die barsche Antwort. "Aber nein, das geht nicht, es ist eine hohe Persönlichkeit...!" Der Chef stutzt: "Wer soll es denn sein? Strafen – es wird schon nicht der Gouverneur sein..." Der Polizist: "Der Gouverneur? Viel höher!" Darauf wieder der Chef: "Lächerlich, das wäre ja der Präsident der Vereinigten Staaten..." "Nein", unterbricht ihn der Beamte, "viel höher!" "Machen Sie keine dummen Witze und sagen Sie mir endlich: Wer ist es?" Darauf der Polizist: "Ich weiß es auch nicht, aber der Papst ist sein Chauffeur!"

 

Wen könnte wohl der Papst chauffiert haben, was mag jener Vorgesetzter gedacht haben. Wenn der Papst zum Chauffeur wird, liebe Gemeinde, dann ist das Reich Gottes nahe, „so werden wir sein wie die Träumenden.2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein.“ Schön wie so ein Witz zum Bekenntnis für den wahren Machthaber in unserem Leben werden kann.

Und damit sie zum Ende der Predigt dann noch einmal Lachen können auch darüber wie die Pfarrer und Theologen immer alle so klug sind, wenn es um Gott geht, will ich sie doch zum Abschluss noch einmal zum Lachen bringen. Ein Witz in dem ein Theologe die Hauptrolle spielt, der eine dicke Kirchliche Dogmatik als Lebenswerk geschrieben hat, mit vielen guten und klugen Gedanken über Gott, ein Theologe auch der meine Theologie stark geprägt hat, der aber auch häufig mit einem hohen Maße an Selbstgewissheit aufgetreten ist, Karl Barth:

Karl Barth bei Gott

Karl Barth kommt in den Himmel.
Petrus begrüßt ihn freundlich, meint aber:
"Also, wir wollen Dich hier schon reinlassen, aber vorher müssen wir Dich erst mal prüfen, ob Du das auch alles verstanden hast, was Du da unten so verzapft hast, mit der Dogmatik etc.
" Schickt ihn dann also in so einen Nebenraum, wo Gott, Jesus und der Heilige Geist schon warten.
Die Tür geht zu und Petrus wartet draußen. Eine Stunde vergeht, zwei Stunden, drei Stunden. Petrus wird schon langsam nervös. Sieben Stunden später springt dann endlich die Tür auf, Jesus stürzt heraus, völlig fertig.
Petrus fragt ihn: "Na, was ist, warum hat es so lange gedauert, ist er durchgefallen?"
Jesus: "Karl Barth? Nein, der nicht, aber der Heilige Geist!"

 

Ich wünsche Ihnen vor allem, dass uns in dieser Welt das Lachen nicht vergeht, sondern dass wir jeden Tag neu lernen aus der Verheißung zu leben, die der Psalmist in so schöne Worte fasst:

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.

2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan!

3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Witz in den Abkündigungen,

  • noch ein Witz über die Frage, ob es im Himmel auch Pfarrer gibt, erzähle ich Ihnen jetzt noch ganz zum Schluss:
  • Keine Hochzeit im Himmel

Ein Pärchen verunglückt auf dem Weg zur kirchlichen Trauung leider tödlich. Vor dem Himmelstor klingeln sie nach Petrus und während sie warten, beschließen sie, ihre momentane rechtliche Situation von einem Rechtsanwalt überprüfen zu lassen. Sie erklären Pertus ihre Situation und Petrus verspricht, sich nach einem Anwalt im Himmel umzusehen.

Während der langen Wartezeit vor dem Himmelstor schwört sich das Pärchen erneut seine Liebe und will nun ungeachtet der rechtlichen Situation unbedingt heiraten.

Als sie Petrus von ihrem Entschluss unterrichten, entgegnet der erbost: "Sonst noch was ?? Jetzt habe ich stundenlang gesucht um hier einen Anwalt aufzutreiben, wie lange glaubt ihr denn, dass ich hier oben nach einem Pfarrer suchen muss !!!!

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Predigt zu 1. Kor. 15,19-28 Ostern 2002

Der Predigttext für den heutigen Tag steht im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes:

1.Kor 15,19-28

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

20 Christus ist auferstanden

Nun aber [a ] ist Christus auferstanden von den Toten als [b ] Erstling unter denen, die entschlafen sind.

21 Denn da durch einen Menschen [a ] der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. [b ]

22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.

23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; [a ] danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören;

24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er [a ] alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.

25 Denn er muß herrschen, bis Gott ihm [a ] »alle Feinde unter seine Füße legt« (Psalm 110,1).

26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. [a ] 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, daß der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.

28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

 

Dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg

 

Liebe Gemeinde,

Wie ist es wohl, wenn wir in den Himmel kommen? Wir haben allerlei Vorstellungen davon wir machen uns so unsere Bilder.

 So wie Kardinal Ratzinger als er eines Tages nach 20 Uhr stirbt und daher an der Himmelspforte bis zum nächsten Morgen warten muss, weil Petrus schon Feierabend gemacht hat. Glücklicherweise fügt es sich, dass der Pabst kurz nach ihm den Weg nach oben angetreten hat und schon von Ferne ruft Ratzinger ihm zu: „gut dass Du kommst, die Pforte ist schon geschlossen, aber Du hast doch das Amt der Schlüssel, du kannst uns doch bestimmt die Himmelspforte mit Deinem Schlüssel öffnen.“ Sie versuchen es mit dem großen Schlüsselbund, aber keiner passt, bis es dem Pabst siedend heiß einfällt. „Ratzinger, das klappt nicht, Luther hat doch vor fünfhundert Jahren das Schloss ausgewechselt.“  ...

Ja, liebe Gemeinde, heute darf gelacht werden im Gottesdienst und in der Kirche. Es darf gelacht werden, weil Ostern ist und weil all der irdische Ernst, der uns im Leben so begegnet durch die himmlische Realität der Auferstehung relativiert wird. Übrigens hat selbst Kardinal Ratzinger über diesen Witz gelacht, als er bei einem gesellschaftlichen Ereignis in Rom in seiner Anwesenheit erzählt wurde.

Wir dürfen lachen über den Tod, wir dürfen lachen über uns selbst, denn

Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden.

Ein alter Brauch vom 13.-19. Jahrhundert ist das sogenannte „risus paschalis“, das Osterlachen. Höchstes Ziel der Osterpredigt war es dabei die Gemeinde ganz herzhaft und laut zum Lachen zu bringen. Damit die Osterfreude so befreiend im eigenen Lachen spürbar wird, damit wir den Karfreitag hinter uns lassen und auch über den eigenen Ernst lachen können. Deshalb, es ist versprochen, gibt es heute eine Menge zu lachen über Himmel und Erde. Die Auferstehung, den Himmel und die Hölle – über diese Themen kann man vielleicht nur lachend wirklich nachdenken.

 Ein Atheist stirbt und kommt in die Hölle. Er wundert sich, denn die Hölle ist ein wunderbarer Ort, an dem die Sonne scheint, alle guter Laune sind und es an nichts fehlt.

Bei seinen Erkundungen findet er plötzlich einen gähnenden Spalt, aus dem Schwefel hervor steigt und Menschen vor Schmerzen schreiend über dem offenen Feuer gegrillt werden. Er fragt einen der freundlichen Teufel, was denn da unten sei. Der antwortet: „Ach, das ist für die Christen. Die wollen das eben so.“

Ja mitunter ist die Verkündigung der Kirche tatsächlich so gewesen, die Vorstellung des strafenden Gottes überdeckte das Ereignis der Auferstehung völlig. Statt Auferstehung: Höllenstrafen. Und nur die Guten und natürlich nur die Christen haben Anteil am Himmel, wie es dieser Witz, liebe Gemeinde zum Ausdruck bringt:

 Ein Jude kommt in den Himmel und bekommt von Petrus eine Führung durch den Himmel.

Vor einer hohen Mauer bleibt Petrus stehen und bedeutet dem Juden, leise zu sein. „Warum?“ flüstert dieser. Sagt Petrus: „Hinter der Mauer sind die Christen, und die glauben, Sie seien alleine hier!“

Paulus geht das Thema in unserem Predigttext von heute allerdings zunächst einmal viel trockener und argumentierend an. Allerdings sollten wir daraus nicht vorschnell schließen, er sei humorlos gewesen. Paulus kannte durchaus einen beißenden Humor. Gerade zu Beginn seines Korintherbriefes nimmt er den Spott der Umgebung auf, für die das Kreuz eine Torheit ist. Für die Predigt von Kreuz und Auferstehung macht sich Paulus im Korintherbrief gerne selbst zum Narren.

Ziel des Abschnittes über die Auferstehung ist für Paulus uns zu zeigen, dass wir am Ende über den Tod nur noch lachen können. Er ist der letzte Feind, der vernichtet wird. Er verliert seinen Stachel und er verliert seinen Sieg über unsere todernste Welt. Insofern stehen unsere Witze der Predigt des Paulus bei. Sie machen unsere relativen und begrenzten Vorstellungen von der Auferstehung, von der himmlisch-göttlichen Wirklichkeit anschaulich und zeigen uns, wie wenig wir Menschen wirklich begreifen können von Gottes Reich. Menschen, die Gottes Wirklichkeit nur in diesem Leben erwarten, sagt Paulus, das sind die Elendsten unter allen Menschen, die haben wirklich nichts zu lachen.

Aber Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Und deshalb wird er uns alle mitnehmen in die himmlische Wirklichkeit und das Reich Gottes errichten, in dem

Offb 21,4

4 [a ] Gott abwischen wird alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, [b ] noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Was wird dann bleiben? Nichts anderes als lachen und Freude.

Jesus geht uns am Ostertag als Erster voraus, er ist auferstanden. Mit unserem Lachen erspüren wir ein klein wenig von der Realität des Reiches Gottes, die uns verheißen ist. Wir lachen uns wenigstens für einen Augenblick in das Reich Gottes. Ein Glaube, der nicht lachen kann, der humorlos ist, der führt dazu, dass wir zu den elendsten aller Menschen werden, die nicht begreifen wie das geht richtig zu glauben. Da müssen wir schon einmal über unseren beschränkten Glauben lachen, der sich so oft mit dem Humor nicht zu vertragen scheint, so wie es jenem Pfarrer erging,

 der im Sumpf eingesunken war. Da kam die Feuerwehr, und fragte ihn, ob sie helfen könnten. Der Pfarrer ließ sich nicht helfen und sagte nur: „Gott wird mir schon helfen.“ Als er schon bis zur Brust eingesunken war, kam noch ein Mädchen und fragte ob es helfen könne. Der Pfarrer sagte wieder nur: „Gott wird mir schon helfen.“

Als er bis zum Hals im Schlamm stand, kam gerade eine Frau und fragte dasselbe. Er antwortete wieder genau gleich, versank und starb.

Im Himmel fragte er Gott ziemlich verärgert: „Wieso hast du mir eigentlich nicht geholfen?“ Gott antwortete: „Was beschwerst du dich? Ich kann nicht viel mehr machen als einmal die Feuerwehr, einmal ein Kind und einmal eine Frau zu schicken um dir aus dem Schlamm zu helfen!“

Ein bisschen mehr Humor hilft uns sogar unseren Glauben ernster zu nehmen und das was wir glauben in unser Leben zu übersetzen, denn oft trauen wir Gott wie dieser Pfarrer wohl nicht zu, dass er einfach durch andere Menschen in unser Leben hinein wirken kann. Vielleicht liegt das daran, dass wir zu wenig mit der himmlischen Wirklichkeit rechnen und dann wohl doch mit Paulus zu den elendsten Menschen zu rechnen sind.

 Dann ergeht es uns am Ende wie dem Pfarrer, der in den Himmel kommt und gleichzeitig mit ihm ein Busfahrer. „Du kommst sofort rein“, sagt Petrus zum Busfahrer. Der Pfarrer ist enttäuscht. „Nun habe ich mein Leben lang gearbeitet für das Reich Gottes, habe gepredigt und getauft, konfirmiert und beerdigt – und dieser Busfahrer kommt sofort in den Himmel, während ich noch warten muss.“ „Tja“, sagt Petrus, „wenn du gepredigt hast, haben alle geschlafen, aber wenn er gefahren ist, haben alle gebetet.“

Vielleicht kann dieser Witz mich insofern trösten, dass ich mit dieser Predigt, dann vielleicht doch dem Himmel auch ein Stückchen näher gekommen bin.

Übrigens bringt uns der Humor vielleicht wirklich der Wahrheit Gottes näher, so hat es jedenfalls der Dichter Jean Paul gesagt: „Nur der, der um die Ewigkeit weiß, hat rechten Humor“, sagt er. Denn nur von der Ewigkeit aus können wir all die Vorläufigkeiten auf unserer Welt mit Witz und Humor benennen.

Mitunter kann es passieren, dass wir ja im Leben all die Vorläufigkeiten viel zu ernst nehmen, wenn wir den Blick auf die Auferstehung verlieren. Nirgends wird das deutlicher, als wenn wir es wagen uns selbst auf die Schippe zu nehmen:

 Ein evangelischer Pfarrer kommt in den Himmel.

Zur besseren Fortbewegung  und für seine treuen Dienste im Namen des Herrn übergibt ihm Petrus einen VW Polo. Hocherfreut fährt er los, den Himmel zu erkunden. Plötzlich sieht er seinen alten katholischen Kollegen in einem nagelneuen Benz! Sofort fährt er zurück zu Petrus und fragt was das soll.

Darauf Petrus: „Das musst Du schon verstehen, er hatte es nicht leicht, der Zölibat und so ...“ „O.k., das seh’ ich ein.“

Auf einmal begegnet ihm ein Rabbiner in einer Rolls Royce Stretch Limousine!

Sofort fährt er wieder zurück, will sich lauthals beschweren, ein Rabbi habe schließlich kein Zölibat und auch sonst kein allzu hartes Priesterleben. Darauf Petrus warnend: „Psssst!! Blutsverwandter vom Chef!!

Das er der Chef ist, wird hier auf humorvolle Weise ausgedrückt und es wird durch gespielt wie das wäre, wenn er ein Chef wäre wie unsere Chefs. Jeder weiß sofort, es ist anders: die Herrschaft Jesu wird ganz anders aussehen. Paulus sagt das so: 1.Kor 15,28

28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

So bleibt uns noch einmal voller Freude zu bekräftigen:

Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

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